Ich bin ein Reisender und ein Seefahrer

und jeden Tag entdecke ich

eine neue Region in meiner Seele.  (Khalil Gibran)

Reisende:

Kaum waren wir jemals so mobil wie heute. Innerhalb von Stunden jetten wir um den Erdball.

Shopping in New York oder Paris – kein Problem. Und wer nicht selbst vor die Tür will, das World Wide Web ermöglicht uns den Kontakt zu fast jedem Punkt der Welt.

Und selbst wenn wir uns mobilisieren, durch die neuen Medien sind wir überall erreichbar und können alle und jedes selbst erreichen.

Entdecker:

Heute gibt es keine weißen Flecken mehr auf den Landkarten.

Heute gibt es keine Geheimnisse mehr, die wert wären entdeckt zu werden.

Heute ist alles öffentlich, transparent, digitalisiert, in der Cloud verfügbar, online

Wir alle sind online, irgendwo, irgendwie.

Seele:

Seele, das ist doch etwas für die alten Leute, die Ewiggestrigen, nichts für mich.

Aber:

Ich fühle mich oft so leer trotz der ganzen Informationen, die auf mich einprasseln.

Ich fühle mich zerrissen zwischen all den Möglichkeiten.

Ich spüre, dass mir etwas fehlt.

Ich spüre, dass es noch mehr geben muss als die Jagd nach immer mehr.

Ich spüre eine Sehnsucht nach Ruhe und Ganzheit tief in mir.

Ankommen:

Ich will wieder bei mir ankommen, inne halten, nach innen schauen.

Ich lege mich wie die anderen um mich herum hin, die Erde trägt mich, nimmt mir meine Schwere. Unter der Decke ist es wohlig, geborgen und warm. Ich komme zur Ruhe, komme an, hier an diesem Ort, im Hier und Jetzt.

Einfach nur da liegen, nichts zu tun. Mein Handy, ausgeschaltet, bin jetzt offline, geht das überhaupt, darf ich nicht verfügbar sein?

Ich widerstehe der Versuchung und liege nur da, habe nichts zu tun. Mein Geist braucht eine Aufgabe, er erträgt die Stille nicht.

Ich konzentriere mich auf meinen Atem, mein Gott, wie schnell ich atme, wie flach und hektisch. Und jetzt, jetzt werden die Atemzüge langsam tiefer, ruhiger, gleichmäßig wie Wellen.

Unser Coach schaltet leise Musik an, zarte, beruhigende Klänge, ich entspanne mich weiter.

Dann nimmt er uns mit auf eine Reise. Bunte Bilder tauchen vor meinen geistigen Augen auf. Ich spüre Wärme, Licht, Leichtigkeit fast körperlich. Eine überwältigende Erfahrung. Wahnsinn, kaum fassbar.

Und dann, dann ist die Reise auch schon zu Ende, Ich bleibe noch liegen, lasse die Eindrücke nochmals auf mich wirken, möchte noch nicht zurück. Es war so schön.

Ein Gongschlag holt uns zurück in die Realität. Was, schon fast eine Stunde vorbei?

Alle erzählen von ihren Erlebnissen, ich bin überrascht, welche Wirkung die Reise auf einige Teilnehmer hatte.

Und ich? Ich muss alle Eindrücke erst einmal verarbeiten.

Aber eines weiß ich: Ich werde wiederkommen!

 

 

 

Ich bin ein Reisender

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